21. Juni 2022

Thought Leadership: Wie lokale Behörden und Investoren-Projektentwickler bei der Realisierung von Netto-Null-Zielen zusammenarbeiten

UK Partnerships Hub – Podiumsdiskussion zum Thema Netto-Null

Hürden und Chancen auf dem Weg zu öffentlich-private Partnerschaften für das Netto-Null-Ziel

Letzte Woche trafen wir uns im UK Partnerships Hub mit Entscheidungsträgern aus dem privaten und öffentlichen Sektor, um den Weg zur Bewältigung der größten aktuellen Herausforderungen bei Infrastruktur-PPP zu diskutieren.

Edward Thompson, Project Director bei Invesis, war als Redner zu einer Diskussion darüber eingeladen, wie Kommunen und private Investoren bei der Umsetzung der Netto-Null-Transformation zusammenarbeiten können. Das Podium, bestehend aus erfahrenen Stakeholdern der Privatwirtschaft und Huw Williams, Head of Investor Relations des Ministeriums für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie (BEIS), zeigte einige positive Schritte auf, um bestehende Hürden abzubauen.

Gewinnerzielung ist ein akzeptabler Antrieb

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die angestrebten (und gesetzlich vorgeschriebenen) Emissionsreduktionen allein mit öffentlichen Mitteln schlicht nicht zu erreichen sind, besteht in Teilen des öffentlichen Sektors die Sorge, dass die Erzielung von Gewinnen aus Investitionen negativ bewertet wird.

Das Podium räumte ein, dass es in der Anfangszeit von PFI-Projekten (Private Finance Initiative) Gewinne gegeben haben mag, die mancherorts als übermäßig angesehen wurden. Es wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass sich der Markt für diese Art von Projekten seither enorm weiterentwickelt hat. Mittlerweile besteht ein viel besseres Verständnis dafür, wie Win-Win-Verträge mit einer fairen Rendite und entsprechenden Ergebnissen für alle Beteiligten gestaltet werden können. Ebenso wichtig ist, dass angemessene Einkünfte von Unternehmen und Einzelpersonen heute als Teil eines positiven Kreislaufs betrachtet werden: Die generierten Steuern auf Einnahmen sowie finanzierte Pensionsbeiträge treiben kontinuierliche, langfristige Infrastrukturinvestitionen voran.

Proaktivität und zukunftsweisendes Denken

Es herrschte zudem Einigkeit darüber, dass ein Flickenteppich regionaler Zuständigkeiten – von denen jede innerhalb weniger Jahre politisch wechseln kann und in eigene Fachbereiche und Dienstleistungen unterteilt ist – nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein vernetztes Denken schafft. Ohne dieses wird jedoch, so der Konsens, ein fragmentiertes Vorgehen private Investitionen abschrecken und Chancen verpassen, die Kohlenstoffabhängigkeit zu vertretbaren Kosten zu verringern. Man denke beispielsweise an die Kosten für die nachträgliche Installation von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in einem großen Baugebiet auf kommunalem Grund, das von einer Planungsbehörde ohne Berücksichtigung der Elektromobilität genehmigt wurde.

Frühzeitige Einbindung des privaten Sektors

Edward Thompson wies darauf hin, dass private Unternehmen in der Lage sind, „zusätzliche Ressourcen in die Kommunen einzubringen und gemeinsam umfassende Pläne zu erstellen, die investitionswürdig, umsetzbar und realistisch sind, um die notwendigen Netto-Null-Prioritäten zu verwirklichen. Wir betrachten das große Ganze und widmen uns den komplexeren Fragestellungen, die in den nächsten 5, 10 oder 15 Jahren den entscheidenden Unterschied ausmachen werden.“

Darüber hinaus kann die Arbeit über das gesamte Portfolio einer Kommune hinweg oder in Zusammenarbeit mit mehreren Kommunen attraktivere Möglichkeiten für Unternehmen wie Invesis hinsichtlich Größe und Umfang bieten. Dies ist der eigentliche Motor für innovative Lösungen, die der private Sektor zum Nutzen aller Beteiligten anbieten kann.

Rückgabechancen bei PFI- und PPP-Projekten

Zusammenarbeit ist eindeutig der Schlüssel zum Erfolg, und hierbei existieren bereits starke Präzedenzfälle. Dank PFI haben sich zahlreiche langjährige und effektive Beziehungen zwischen der Privatwirtschaft und Kommunen entwickelt, die trotz ihres bedauerlichen und bisweilen unverdienten Rufs im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Projekten erfolgreich realisiert haben.

Wir bei Invesis verfügen über reichlich Erfahrung in diesem Bereich, einschließlich jener Art von Zusammenarbeit, die es privaten Partnern ermöglicht, zuvor vereinbarte Nachhaltigkeitsziele mithilfe neuer Technologien oder zusätzlicher Fördermittel aufzustocken, die zum Zeitpunkt des ursprünglichen Vertragsabschlusses noch nicht existierten.

Dies ist bereits bei unserem 30-jährigen West-Dunbartonshire-Schulprojekt geschehen, bei dem vier neu gebaute Ersatzschulen mit Nachhaltigkeitszielen realisiert wurden und das weiterhin Dienstleistungen für den Rat von West Dunbartonshire erbringt. Nach ersten Gesprächen und einer Machbarkeitsstudie installierte Invesis Photovoltaikanlagen auf einer der Schulen; die Installation wurde Mitte 2021 abgeschlossen. Die Stromeinsparungen in Höhe von 7 % des jährlichen Strombedarfs der Schule, was 17.790 kg CO2 entspricht, werden direkt an den Gemeinderat weitergegeben. Der Rat prüft nun die Installation ähnlicher Systeme an zwei der anderen drei Schulen.

Ein weiteres Beispiel ist unser 30-jähriges Projekt des Wharfedale-Krankenhauses, im Rahmen dessen Invesis ein Krankenhaus mit 76 Betten sowie eine Reihe von laufenden Managementdiensten bereitstellte. Die Trägerschaft äußerte kürzlich den Wunsch, Solarmodule zu installieren, um ihren Strombedarf zu Spitzenzeiten zu decken. Nach der Koordinierung von Machbarkeitsstudien, der Planung sowie den entsprechenden rechtlichen und Genehmigungsprozessen erwarten wir in Kürze die endgültige Genehmigung durch die Trägerschaft, damit die Installationsarbeiten beginnen können.

Schließlich ist es – wo bereits Vertrauen aufgebaut und Fachwissen unter Beweis gestellt wurde – sowohl aus kommerzieller als auch aus ökologischer Sicht die verantwortungsvolle Entscheidung für beide Parteien, die bestehenden Anlagen zum Wohl der Gesellschaft kontinuierlich zu verbessern.