
Bunnik/Rotterdam, Niederlande, 24. April 2018 – Innovative Betonsteine. Nach Möglichkeit natürlicher Abfluss, bei Bedarf Pumpen. Eine Öffnung für einen Fischwanderweg. Dies sind nur einige der Innovationen, die in den nächsten Jahren am Afsluitdijk umgesetzt werden sollen. Gemeinsam mit Levvel – einem Konsortium aus Van Oord, BAM und Rebel – wird Rijkswaterstaat (Teil des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt und zuständig für die Planung, den Bau, den Betrieb und die Instandhaltung der wichtigsten Infrastruktureinrichtungen in den Niederlanden) das Projekt Ende 2018 auf den Weg bringen. Am Montag, dem 23. April 2018, stellten Rijkswaterstaat und Levvel die Entwürfe den Medien sowie einer großen Gruppe von Interessengruppen vor, die in den vergangenen Jahren eng in die Planung eingebunden waren.
Verstärkung des Afsluitdijk
Auf der Seite des Wattenmeers wird der Deich erhöht und mit einer neuen Verkleidung verstärkt. Für diese Arbeiten wird das Konsortium „Levvel-Blöcke“ einsetzen, innovative Betonelemente, die speziell für den Afsluitdijk entwickelt wurden. Jeder Block wiegt etwa 6.500 kg, ist extrem stabil, wirkt wellenbrechernd und lässt sich leicht verlegen. Täglich werden im Hafen von Harlingen in einem vollautomatisierten Verfahren etwa 100 Blöcke hergestellt und per Schiff zum Deich transportiert. Anschließend werden die insgesamt 75.000 Blöcke mit einem Pontonkran positioniert. Durch ihre Symmetrie und die regelmäßige Anordnung wirken die Blöcke ruhig und unterstreichen den schlichten und eigenständigen Charakter des Deiches. Um das Hinterland vor der Kraft des Wassers zu schützen, werden zudem die Entwässerungsschleusen verstärkt und zwei Sturmflutbarrieren errichtet.
Wenn möglich, Schwerkraftentleerung, falls erforderlich, Pumpentleerung
Die Entwässerungsschleusen bei Den Oever werden durch neue Schleusen zwischen den Inselabschnitten erweitert. Dadurch kann ein größerer Teil des Wassers, das aus der IJssel in das IJsselmeer fließt, in das Wattenmeer abgeleitet werden. Bei hohem Wasserstand im Wattenmeer ist eine natürliche Entwässerung nicht mehr möglich. Levvel errichtet daher zwei große Pumpwerke in Den Oever. Die Pumpen arbeiten sehr energieeffizient und sind fischfreundlich. Sie werden nachhaltig durch 2,7 Hektar große Solaranlagen in der Nähe von Den Oever mit Strom versorgt. Mit diesen Maßnahmen stellen Rijkswaterstaat und Levvel sicher, dass der Afsluitdijk der Kraft des Wassers bis mindestens 2050 wieder standhalten kann.
Ein Ausschnitt aus dem Fluss, in dem die Fische wandern
Um die Verbindung zwischen dem Wattenmeer und dem IJsselmeer für Wanderfische wiederherzustellen, wird von „The New Afsluitdijk“ – einer Partnerschaft zwischen den Provinzen Friesland und Nordholland sowie den Gemeinden Súdwest-Fryslân, Hollands Kroon und Harlingen – ein Fischwanderkanal angelegt. Dabei handelt es sich um einen 4 km langen Kanal, der von einem ökologischen, für Besucher zugänglichen Gebiet umgeben ist. Levvel wird die für den Fischwanderkanal erforderliche Öffnung im Afsluitdijk bauen.
Der Afsluitdijk schafft Arbeitsplätze in der Region
Der Afsluitdijk wurde größtenteils mit Handarbeit errichtet, wobei rund 5.000 Arbeiter die Basaltblöcke Stück für Stück verlegten. Und auch heute noch sorgen die Arbeiten am Deich für Arbeitsplätze: In der Hochsaison sind rund 800 Menschen auf und um den Deich herum beschäftigt. Levvel schafft nachhaltige Arbeitsplätze, indem es etwa 100 dieser Stellen mit Arbeitssuchenden besetzt, deren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt relativ schlecht sind.
Erleben Sie den Afsluitdijk
Der Afsluitdijk ist ein unverzichtbares Bauwerk, ein Schutzwall gegen das Meer und eine Straßenverbindung zwischen zwei Provinzen. Gleichzeitig ist er ein einzigartiges Gebiet, das von Touristen stark frequentiert wird. Um die Einrichtungen für Besucher zu verbessern, hat die Partnerschaft „New Afsluitdijk“ eine Reihe von Initiativen entwickelt, die Rijkswaterstaat in den Auftrag an Levvel aufgenommen hat. So wird es beispielsweise einen zusätzlichen Radweg entlang der gesamten Länge des Deiches auf der Seite zum Wattenmeer geben. Der Bereich um das markante, von Willem Dudok entworfene Denkmal wird aufgewertet und für die Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht. Die derzeitige Fußgängerbrücke wird verlegt, um den vertikalen Charakter des Denkmals (ein einzigartiges Merkmal auf dem Deich) zu betonen. In Kornwerderzand wird es bald einen neuen Wanderweg geben, der den Zugang zum Fischwanderfluss ermöglicht.


