Invesis verfügt über fast ein viertel Jahrhundert Erfahrung in der Planung, dem Bau, der Finanzierung, dem Betrieb und der Instandhaltung von Justizprojekten. Das jüngste Projekt ist die öffentlich-private Partnerschaft (PPP) für das Gefängnis im belgischen Dendermonde, die konzipiert wurde, um die Überbelegung durch die Unterbringung von 444 männlichen Insassen zu lindern. Es handelt sich um einen Sektor, in dem der Sponsor bzw. Investor Unterbringungskapazitäten für fast 1.200 Inhaftierte in drei Ländern bereitgestellt hat.
Bei jedem langfristigen Infrastrukturprojekt sind Zuverlässigkeit und Vertrauen zwischen der vergebenden Stelle und den beauftragten Partnern von entscheidender Bedeutung. In Justizvollzugsanstalten heben Sicherheitsaspekte diesen Umstand jedoch auf eine andere Ebene. Was also fördert das Vertrauen? Engagement ist ein Faktor, der beim Projekt der JVA Dendermonde eine wichtige Rolle spielte.
Ursprünglich im Jahr 2012 als bevorzugter Bieter für die Justizvollzugsanstalten Dendermonde und Beveren ausgewählt, führte ein Planungsstreit zu einer langen Verzögerung in Dendermonde, wodurch die im Budget einkalkulierten Skaleneffekte für die Realisierung der beiden Gefängnisprojekte weitgehend zunichte gemacht wurden. Während der Verzögerung baute und betrieb Invesis das Gefängnis in Beveren, während man gleichzeitig an Dendermonde festhielt. Dies führte zu zwei weiteren Finanzierungsrunden – im Jahr 2013 zur Verlängerung der finanziellen Verpflichtung aller Kreditgeber und 2020, als die Baugenehmigungsfrage endlich gelöst war. Das Unternehmen bewältigte die dadurch entstandenen betrieblichen Herausforderungen und hielt gleichzeitig die zusätzlichen Kosten für das Justizministerium auf ein Minimum. Und obwohl der Bau schließlich auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie begann, wurde das Gebäude termingerecht fertiggestellt.
Diese Art von Anpassungsfähigkeit und Engagement, gepaart mit der Kontinuität einer langfristigen Zusammenarbeit im Rahmen von Facility-Management-Konzessionen von 25 Jahren oder mehr, wird durch zwei Schlüsselfaktoren gestützt: offene und transparente Kommunikation sowie kontinuierliche Verbesserungen, um die Ziele während des gesamten Projektlebenszyklus zu erreichen und zu übertreffen.
Geert Deleebeeck, Project Director bei Invesis, betrachtet einen echten Fokus auf langfristige Beziehungen als Investition mit starken Renditen. Er sagt: „Wenn wir eine gute Beziehung, geringe Abzüge sowie eine transparente und offene Kommunikation haben – wenn eine Partei ein Problem hat, finden wir gemeinsam eine Lösung.“
Nach fast zehn Jahren Erbringung von Facility-Management-Dienstleistungen für das Gefängnis in Beveren – einer Anlage mit 312 Insassen, Werkstätten, Bildungs- und Freizeitbereichen zur Verbesserung der Resozialisierungsmaßnahmen – arbeitet Invesis derzeit an Plänen zur Umstellung der Beleuchtung von herkömmlichen auf energiesparende LEDs. Diese kooperative und proaktive Initiative mit dem Justizministerium bringt ökologische und energiekostenseitige Vorteile, ohne dass das ursprüngliche Budget erhöht werden muss.
Während ein beträchtlicher Teil der Arbeit von Invesis in der Angebots- und Finanzierungsphase des Projekts stattfindet, fließt während der gesamten Laufzeit der Konzession auch viel Aufmerksamkeit in die Betriebs- und Instandhaltungsphase, um Möglichkeiten zu identifizieren, fortlaufende, unvorhergesehene Vorteile für den Kunden zu generieren. Laut Deleebeeck „gibt es immer eine Rendite – oft keine signifikante finanzielle Rendite, sondern vielmehr eine Rendite in Bezug auf Beziehung und Reputation.“
Eine weitere anstehende FM-Anforderung ist der Anstrich des mittlerweile zehn Jahre alten Gebäudes. Es ist wahrscheinlich, dass ein Teil der Malerarbeiten von den Gefangenen selbst durchgeführt wird, wobei die Möglichkeit besteht, Schulungen anzubieten und Insassen mit bereits vorhandenen Fähigkeiten die Gelegenheit zu geben, diese zu nutzen. Dieses sozial wertvolle Programm ist aus einer engen Arbeitsbeziehung hervorgegangen, in der Ideen frei ausgetauscht und Vertrauen genutzt wird, um lohnende Ergebnisse zu erzielen.
Das Justizministerium ist mit der Beziehung und den laufenden Dienstleistungen von Invesis und seinen Partnern in Beveren sogar so zufrieden, dass es den fünfjährigen Facility-Service-Vertrag, der unter anderem Abfallmanagement, Wäscherei- und Cetering-Dienstleistungen umfasst, nun zum dritten Mal verlängert.
Für Ralf Nagengast, Asset Management Director, verdeutlicht seine Erfahrung mit dem wegweisenden Gefängnisprojekt in Bremervörde in Deutschland (23.240 m² Bruttogeschossfläche zur Verbesserung der Haft- und Arbeitsbedingungen) sowie dem Gefängnis in Burgdorf in der Schweiz (dem ersten öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekt des Landes nach internationalen Projektfinanzierungsstandards), was er als „Hervorhebung des dritten ‚P‘ für ‚Partnership‘ (Partnerschaft)“ bezeichnet. Er hat beobachtet, dass einige andere SPV-Gesellschafter ein SPV wie einen Briefkasten behandeln und sich nur mit der Kommunikation befassen, die sie direkt betrifft.
„Der Ansatz von Invesis ist anders“, sagt Nagengast. „Wir werten jede Korrespondenz aus und prüfen, ob die Antwort darauf sachgerecht ist, alle Anforderungen erfüllt und sämtliche Aspekte berücksichtigt.“ Dieses zusätzliche Maß an Unterstützung für seine privaten und öffentlichen Partner hilft dem Unternehmen, jene qualitativ hochwertigen Partner anzuziehen, die dazu beitragen, die selbst gesetzten hohen Standards zu wahren: In Bremervörde beauftragte Invesis zahlreiche lokale KMU für die Bau- und Betriebsphase, um spezifische Ziele zur Stärkung der lokalen Wirtschaft zu erreichen. Darüber hinaus hat das Unternehmen Zugang zu der Erfahrung und dem Fachwissen größerer Akteure, die sein Know-how und seine Erfolgsbilanz schätzen, wodurch es Branchengrößen wie den geschätzten Branchenakteur BAM FM in Projekte einbinden kann.
Es sind diese Beziehungen, die zu Aussagen führen wie der von Dr. Kathrin Wahlmann, der niedersächsischen Justizministerin, die das Gefängnis in Bremervörde zehn Jahre nach seiner Inbetriebnahme besuchte und sagte: „Es sieht aus, als wäre das Gefängnis gestern eröffnet worden! Meiner Meinung nach funktioniert es für das Gefängnis Bremervörde sehr gut. Eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Staat und der Privatwirtschaft ist dafür maßgeblich verantwortlich.“
Das anhaltende Engagement bei Justizvollzugsprojekten über den gesamten Projektlebenszyklus hinweg ist ein Markenzeichen der Investitionsstrategie von Invesis und hat den auftraggebenden Behörden, den Insassen und der breiten Bevölkerung wesentliche Vorteile gebracht.
Und was den Entschluss betrifft, sich weiterhin in diesem Sektor zu engagieren, stehen die Chancen für neue Projekte gut, da sich das Unternehmen aktiv an Ausschreibungen für andere europäische Gefängnisprojekte beteiligt.
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Fotos mit freundlicher Genehmigung von BAM und Koen Mutton.


