Kunde
Kanton Bern
Standort
Burgdorf, Schweiz
Zeughausgelände Burgdorf
Das Projekt „Zeughausareal Burgdorf“ war das erste PPP-Projekt der Schweiz – ein Meilenstein, bei dem eine moderne Justizvollzugsanstalt mit 110 Betten mit einem Verwaltungszentrum kombiniert wurde, in dem 19 kantonale Behörden und rund 450 Arbeitsplätze untergebracht sind. Das 2012 fertiggestellte und nach dem höchsten Schweizer Energiestandard zertifizierte Projekt zählt nach wie vor zu den herausragendsten Projekten von Invesis und gilt als Vorbild für nachhaltige öffentliche Infrastruktur in der Schweiz.
Finanzabschluss
November 2009
Bauzeit
2010–2012
Konzessionsdauer
25 Jahre
Rückgabe
2037
Kunde
Kanton Bern
Standort
Burgdorf, Schweiz
Sponsor/Investor
Invesis und Expan AG
Konsortium
Zeughaus PPP AG
Planung, Beschaffung und Bauausführung
ZECH Hochbau AG (ehemals BAM Deutschland AG) / Marti Generalunternehmung AG
Betrieb und Wartung
Hälg Facility Management AG
Kapitalwert
€84m
Gemeinsam mit dem Kanton Bern ein neues Modell für die öffentliche Infrastruktur in der Schweiz entwickeln
Der Kanton Bern musste sich gleichzeitig zwei dringenden Herausforderungen stellen: einem veralteten, überbelegten Gefängnisbestand und Behörden, die auf 14 verschiedene Standorte verteilt waren, was zu Ineffizienz und hohen Kosten führte. Die Lösung war ehrgeizig: ein einziger, integrierter Komplex, der 19 kantonale Behörden an einem Standort zusammenführen und gleichzeitig eine moderne Haftanstalt bereitstellen sollte.
Im Jahr 2009 entschied sich der Kanton Bern im Rahmen eines 25-jährigen PPP-Vertrags für das Konsortium Zeughaus PPP AG – bestehend aus Invesis (88 %) und dem Schweizer Partner Marti (12 %). Die Bauarbeiten wurden im März 2012 termingerecht, im Rahmen des Budgets und in kürzerer Zeit als bei einer herkömmlichen Vergabe abgeschlossen. Der Auftraggeber rechnet über die gesamte Projektlaufzeit hinweg mit Kosteneinsparungen von 5 % im Vergleich zu einem Ansatz ohne PPP.
Die Anlage erstreckt sich auf einer Flächevon 26.800 m² und umfasst rund 35.400 m². Sie beherbergt eine Justizvollzugsanstalt mit 110 Betten, eine Straßenkontrollstelle, eine Einsatzzentrale sowie einen Verwaltungskomplex, der die Standorte in den Gebieten Burgdorf, Langnau, Aarwangen und Fraubrunnen versorgt.
Erreichung des höchsten Energiestandards der Schweiz durch Grundwasser-Wärmepumpen und Solarenergie
Das Projekt in Burgdorf wurde nach dem Minergie-P-ECO-Standard – dem höchsten Schweizer Standard für Energieeffizienz in Gebäuden – geplant und gebaut; diese Zertifizierung erforderte von Grund auf innovatives Denken.
Für die Heizung und Kühlung sorgt eine Ammoniak-Wärmepumpe, die mit Grundwasser betrieben wird und durch eine solarthermische Anlage ergänzt wird, wodurch der Energieverbrauch in der gesamten Anlage außergewöhnlich niedrig gehalten wird. In allen Duschen und Waschbecken sind selbstschließende Armaturen installiert, wodurch der Wasserverbrauch von vornherein reduziert wird. Durch die im Rahmen einer Vertragsänderung installierte LED-Beleuchtung konnte der Energieverbrauch für die Beleuchtung um etwa 40 % gesenkt werden – von rund 400.000 kWh auf 240.000 kWh pro Jahr.
Derzeit wird auf den Dächern eine Solaranlage mit einer Leistung von etwa 500 kWp installiert, wodurch lokal erzeugte erneuerbare Energie in den Energiemix einfließt und die Abhängigkeit der Anlage vom Netzstrom weiter verringert wird.
Stärkung der öffentlichen Dienstleistungen, Unterstützung der Gemeinden und Schutz der Umwelt in Burgdorf
- Durch die Zusammenlegung von 19 kantonalen Behörden, die zuvor auf 14 Standorte verteilt waren, an einem einzigen, gut angebundenen Standort hat das Projekt den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen für die Einwohner der Region Burgdorf erheblich verbessert.
- Grünflächen machen 10 % der gesamten Grundstücksfläche aus und liegen damit deutlich über den planerischen Vorgaben; dabei kommen durchgehend einheimische Pflanzen zum Einsatz.
- Abfälle werden seit Beginn des Projekts sortiert und recycelt, und die Materialien werden nach ökologischen Grundsätzen beschafft, darunter minimale Verpackung und Mehrwegverpackungen anstelle von Einwegverpackungen.
- Beim Bau wurde Recyclingbeton gemäß der Schweizer Norm SN EN 206 verwendet, wodurch der Bedarf an neuen Materialien gesenkt wurde.
- Der FM-Subunternehmer gibt bei der Vergabe von Unteraufträgen vorrangig lokalen Kleinunternehmen den Vorzug; durch langfristige Verträge wird so die regionale Wirtschaft in und um Burgdorf gestärkt.
- Die neue Haftanstalt bietet ein modernes, menschenwürdiges Haftumfeld – sie ist die modernste Einrichtung im Kanton – und schafft damit Abhilfe für die seit langem bestehende Überbelegung im Gefängnisbestand des Kantons Bern.