6. Dezember 2022

Invesis präsentiert seine neue nachhaltige Justizvollzugsanstalt Poort van Dendermonde.

Am 2. Dezember 2022 fand die offizielle Einweihung der Justizvollzugsanstalt Dendermonde in Belgien statt. In den vergangenen zwei Jahren hat das Konsortium Poort van Dendermonde, bestehend aus den federführenden Partnern Invesis, BAM Interbuild und BAM FM, hart daran gearbeitet, einen ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, um ein Gefängnis zu errichten, bei dem Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Mittelpunkt stehen.

Die JVA Dendermonde wurde gemäß dem Masterplan „Inhaftierung und Internierung unter humanen Bedingungen“ realisiert, der erstmals 2008 vom Föderalen Ministerrat genehmigt wurde. Jeder Aspekt des Projekts wurde gezielt darauf ausgerichtet, den Insassen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen. Aufgrund von Rechtsverfahren kam es zu Verzögerungen, sodass die Bauarbeiten erst nach Erreichen des Financial Close im August 2020 beginnen konnten. Etwas mehr als zwei Jahre später wurden die Arbeiten abgeschlossen, und der Umzug in das neue Gefängnis ist für Mitte Februar 2023 angesetzt.

Der neue Komplex bietet Platz für 444 Insassen und ermöglicht einen nachhaltigen, modernen und humanen Strafvollzug. Er besteht aus vier separaten Gebäudeteilen – vier Zellentrakten –, die um einen zentralen Überwachungskern angeordnet sind und über offene Galerien für mehr Transparenz und ein gesteigertes Sicherheitsgefühl verfügen. Hinzu kommt ein Logistikgebäude mit Werkstätten, Küche und Wäscherei. Die einzelnen Gebäudeteile sind durch Gänge verbunden, die teilweise aus Lamellenglas bestehen. Sharon Lubbersen, Contract Manager bei Invesis, war in die gesamte Projektabwicklung eingebunden. „Wir haben versucht, die Wohn- und Arbeitsqualität des Komplexes durch den Einsatz von Farben und Materialien wie Holz zu verbessern.“

Konstruktive Zusammenarbeit

Das Gefängnisprojekt wurde im Rahmen eines Öffentlich-Privaten Partnerschaftsvertrags (ÖPP) nach dem Modell Design, Build, Finance and Maintain (DBFM) vergeben. Kristien Achten, Project Director bei Invesis, erklärte: „Wenn Herausforderungen auftraten, setzten sich Auftraggeber und Konsortium an einen Tisch, und alle Beteiligten konzentrierten sich stets darauf, Lösungen zu finden. Dies schuf eine sehr transparente, konstruktive und offene Kultur bei der Projektabwicklung, geprägt von großem gegenseitigen Vertrauen und Respekt. Dies kam dem Projekt zugute und führte dazu, dass sowohl der Auftraggeber als auch die Partner die Realisierung als vollen Erfolg werteten.“

Hilfreich war zudem, dass auf die Erfahrungen beim Bau des 2014 fertiggestellten Gefängnisses im belgischen Beveren zurückgegriffen werden konnte. Sharon Lubbersen: „Die meisten Unternehmen des Konsortiums Poort van Dendermonde waren auch für die Errichtung und den Betrieb der JVA Beveren verantwortlich. Beveren wurde 2014 eingeweiht und ist im Entwurf weitgehend identisch mit der JVA Dendermonde, wodurch wir auf das damals während der Bauphase erworbene Wissen zurückgreifen konnten. So haben wir beispielsweise den Prozess optimiert, indem wir analysiert haben, wie wir noch smarter und effizienter bauen können.“

Ein Beispiel dafür ist die Tragstruktur der Gebäude, die überwiegend aus Fertigteilbeton besteht. Dies ist wirtschaftlich, langlebig und von hoher Qualität und ermöglichte es, das Gefängnis in kurzer Zeit zu errichten. Auch hierbei war es von Vorteil, dass dieser Fertigteilbeton bereits in Beveren verwendet worden war. Kristien Achten: „Die Tatsache, dass wir die Tragwerke dank unserer Vorerfahrungen aus Beveren bestens vorbereiten konnten, bedeutete, dass wir die Schwerpunktbereiche kannten, was uns enorm viel Zeit einsparte.“

Planung und Zeitplan

Eine wichtige Erkenntnis war, mit dem Auftraggeber während der Bauphase einen Zeitraum für die umfassende und effektive Erprobung des Komplexes zu vereinbaren. Dennoch war der Zeitplan selbst mit diesem Puffer für Tests und Inbetriebnahme äußerst eng bemessen. Kristien Achten: „Ich bin stolz darauf, dass wir es geschafft haben, denn wir mussten den Zeitplan permanent im Auge behalten. Schließlich brach einen Monat nach Baubeginn die Corona-Pandemie aus – mit all ihren direkten und indirekten Folgen wie Preissteigerungen und Lieferengpässen. Der Generalunternehmer für Planung, Beschaffung und Ausführung (EPC) musste fortlaufend Lösungen finden, wenn Materialien ausblieben, und den gesamten Zeitplan immer wieder anpassen. Es ist bewundernswert, wie es uns jedes Mal gelang, alle Nachunternehmer am richtigen Tag und am JVA-Standort einzubinden und eingetretene Verzögerungen wieder aufzuholen. Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das keine Selbstverständlichkeit.“

Nachhaltig und energiearm

Beim Bau der Justizvollzugsanstalt wurden nachhaltige und wartungsarme Materialien verwendet, wodurch ein energieeffizientes Gebäude entstand. So wurden auf den Dächern insgesamt 774 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 290,25 Kilowatt-Peak installiert. Es gibt ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und Strom mittels Gas sowie 16 Zisternen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 20.000 Litern zur Regenwassernutzung. Dieses Wasser wird für die Toiletten und die Wäscherei verwendet.

Die elektrischen Installationen des Gebäudekomplexes sind auf optimale Effizienz und Energieeffizienz ausgelegt. Im gesamten Komplex sorgt zudem eine LED-Beleuchtung für Licht. Kristien Achten: „Kurz gesagt, wir haben ein Konzept aus dem Jahr 2011 in ein modernes und energieeffizientes Gefängnis verwandelt. Nachhaltigkeit ist für uns als Unternehmen ein echtes Aushängeschild.“

Integration von Kunst

Durch die Einbindung lokaler Künstler wurde im Rahmen des DBFM-Projekts auch Kunst integriert. Sharon Lubbersen: „Das war ein ausdrücklicher Wunsch des Auftraggebers. Wir haben uns für lokale Kunst entschieden und die Stadt gefragt, was ihrer Meinung nach angemessen ist. Dendermonde ist bekannt für den ‚Ros Beiaard‘ und die Pferdekultur spielt dort eine zentrale Rolle. Passend dazu hat der Künstler Dirk Van Ransbeeck eine Pferdeskulptur geschaffen.“ Neben dieser Skulptur und den anderen Kunstwerken wurden auf Wunsch des Justizministeriums auch zwei originale Gefängnistüren aus dem Jahr 1863 des alten Gefängnisses von Dendermonde restauriert.

Wartungsphase

Nun, da das Gefängnis offiziell eröffnet ist, kann die Wartungsphase beginnen. Invesis übernimmt dabei die koordinierende Rolle, während BAM FM für die Umsetzung verantwortlich ist. Das Konsortium stellt das Gebäude dem Bund für 25 Jahre gegen eine jährliche Verfügbarkeitsgebühr zur Verfügung; nach Ablauf dieses Zeitraums übernimmt der Staat das Gefängnis. Sharon Lubbersen: „Wir werden dafür sorgen, dass in den kommenden 25 Jahren eine gründliche Instandhaltung erfolgt, sodass das Gefängnis jederzeit optimal genutzt werden kann.“

Kristien Achten fasst zusammen: „Da wir ein qualitativ hochwertiges Projekt innerhalb der vereinbarten Zeit abgeliefert haben, haben wir einen sehr zufriedenen Kunden. Derzeit arbeitet das Team bereits an der Ausschreibung für ein weiteres Gefängnis mit weitgehend denselben Partnern. Hoffentlich lässt sich der Erfolg wiederholen.“

Um die Pressemitteilung des Auftraggebers zu lesen, die ein Zitat von Sebald van Royen, Managing Director von Invesis und Konsortialdirektor des Poort van Dendermonde, enthält, klicken Sie bitte hier.