27. Februar 2023

Erster Tunnelvortrag des Silvertown-Tunnels erfolgreich abgeschlossen

  • Neuer Tunnel mit Schwerpunkt auf dem öffentlichen Nahverkehr wird Staus reduzieren sowie die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit des Blackwall-Tunnels verbessern
  • 82 Meter lange Tunnelbohrmaschine wird nun in Abschnitten gedreht, bevor in den kommenden Wochen mit dem Vortrieb der zweiten Röhre begonnen wird

Jill, die Tunnelbohrmaschine (TBM) für den Bau des Silvertown-Tunnels im Osten Londons, hat die Rotationskammer am Standort Greenwich erreicht und damit den Vortrieb der ersten Röhre abgeschlossen.

Die nach Jill Viner, der ersten Busfahrerin Londons, benannte Tunnelbohrmaschine schloss ihre 1,1 km (1106 m) lange Strecke am 15. Februar 2023 ab. Nach seiner Eröffnung im Jahr 2025 wird der 1,4 km lange doppeltröhrige Silvertown-Tunnel Newham mit der Greenwich-Halbinsel verbinden und verbesserte Busanbindungen über die Themse hinweg ermöglichen. Durch die Entlastung des Blackwall-Tunnels, die Schaffung neuer Flussquerungen für Busse und die Bereitstellung einer zuverlässigeren Flussüberquerung für Autos, Kleinbusse und Lkw wird er das Wirtschaftswachstum im Osten und Südosten Londons unterstützen. Der Silvertown-Tunnel wird zudem einen besseren Zugang zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und neue Wohn- und Gewerbebauprojekte im gesamten Umland unterstützen.

Das Projekt wird vom Konsortium Riverlinx (Invesis, Aberdeen Investments, Cintra und SK Ecoplant) realisiert, das die Riverlinx CJV beauftragt hat – ein Joint Venture aus drei Tief- und Bauunternehmen: BAM Nuttall, Ferrovial Construction und SK ecoplant. Das Projekt wird über einen Design-Build-Finance-Operate-Maintain-Vertrag (DBFOM) abgewickelt, wobei der Großteil der Finanzierung für den neuen Tunnel aus privaten Mitteln stammt, die speziell für dieses Projekt eingeworben wurden.

Abgesehen von einem kurzen Abschnitt im Bereich der Tunnelportale, der in offener Bauweise („cut and cover“) errichtet wird, werden die beiden Röhren des Silvertown-Tunnels mit einer einzigen, 82 Meter langen und 11,9 Meter breiten Tunnelbohrmaschine aufgefahren. Die Tunnelbohrmaschine erreichte beim Vortrieb der ersten Röhre unter dem Fluss von Newham nach Greenwich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 18 Metern pro Tag. Das Fördersystem, das für den Abtransport des Aushubs errichtet wurde, hat dazu beigetragen, rund 275.000 Tonnen Ausbruchmaterial per Schiffsähre aus dem Tunnel abzutransportieren, ebenso wie Material aus der Bergungskammer der Tunnelbohrmaschine und von anderen Tiefbauarbeiten im Bereich des Standorts Newham.

Nach ihrer Ankunft in Greenwich wird die Tunnelbohrmaschine nun in einer 40 Meter langen Rotationskammer in Einzelteile zerlegt und gedreht, bevor sie in den kommenden Monaten ihre 1,1 km lange Reise zurück unter dem Fluss zum Standort Silvertown in Newham antritt. Dabei werden Abschnitte der Tunnelbohrmaschine in der Rotationskammer auf „Stickstoff-Gleitkufen“ platziert und gedreht, bevor mit dem Vortrieb der zweiten Röhre begonnen wird. Dies ist ein äußerst innovativer und komplexer Prozess, bei dem die einzelnen Segmente der Tunnelbohrmaschine, einschließlich des 1200 Tonnen schweren Schneidschilds, in einem Schacht um 180 Grad gedreht und anschließend wieder zusammengebaut und umgerüstet werden, um den Vortrieb der zweiten Röhre zurück nach Newham zu ermöglichen.

Sobald der Vortrieb wieder aufgenommen wird, wird das Ausbruchmaterial aus der zweiten Röhre über die in der ersten Röhre installierten Fördersysteme zurückgeleitet, sodass auch dieses per Schiffsähre vom Standort Newham abtransportiert werden kann. Die Fertigstellung der zweiten Röhre wird für das Ende des Sommers 2023 erwartet.

Helen Wright, Leiterin des Silvertown-Tunnel-Programms bei Transport for London (TfL), erklärte: „Der Durchstich der ersten Röhre des Silvertown-Tunnels ist ein Meilenstein für das Projekt. Nun läuft die Drehung der Tunnelborhmaschine (TBM) in der Wendekammer – ein innovativer und komplexer Prozess –, damit in den kommenden Wochen mit dem Vortrieb der zweiten Röhre begonnen werden kann. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass dieses Projekt so umgesetzt wird, dass die Belastungen für Anwohner, Beschäftigte und Besucher im lokalen Bereich minimal bleiben. Zudem haben wir umfassende Überwachungsmaßnahmen implementiert, um sicherzustellen, dass dies während und nach der Bauphase auch weiterhin gewährleistet ist.“

Juan Angel Martinez, Project Director bei Riverlinx CJV, erklärte: „Wir sind außerordentlich stolz auf das Team, das die Bauarbeiten für das Silvertown-Tunnel-Projekt realisiert. Die von uns eingesetzten Lösungen sind wegweisend für den britischen Markt, und wir engagieren uns weiterhin mit vollem Einsatz dafür, das Projekt fachgerecht, auf hocheffiziente und nachhaltige Weise sowie nach höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards fertigzustellen.“

In den vergangenen Monaten wurden auf beiden Seiten des Flusses bedeutende Fortschritte erzielt. Die Arbeiten an den beiden Tunnelportalen schreiten gut voran, und auch die Pfahlgründungen sowie Betongießarbeiten für die Fundamente der Deckelbauweiseabschnitte (Cut-and-Cover) des Tunnels und der Portalzufahrten sind nun weit fortgeschritten. Darüber hinaus wurden Instandsetzungsarbeiten an der Ufermauer in Newham vorgenommen, um sicherzustellen, dass diese durch die Tunnelarbeiten nicht beeinträchtigt wird.

Parallel zum Tunnelbau arbeiten TfL und Riverlinx aktiv an den Entwürfen für die Verbesserungen der Fußgänger-, Rad- und Grünanlagen, die rund um die Tunneleinfahrten realisiert werden. Diese umfassen neue, dedizierte Rad- und Gehwege sowie die Einrichtung von „Begegnungszonen“ und neuem öffentlichen Raum am Kreisverkehr der Tidal Basin Road. Dies schließt an die umfassenderen Umbaumaßnahmen an, die der Newham Council im gesamten Gebiet der Royal Docks plant. Die geplante Gestaltung der Außenanlagen um die Tunneleinfahrten sowie begrünte Dächer auf den beiden Tunnelportalgebäuden sind Teil des Engagements des Projekts für ökologische Verbesserungen und die Förderung der Biodiversität im gesamten Raum.

Darüber hinaus haben die Bauarbeiten für die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die A102 begonnen. Diese ersetzt die bestehende Fußgängerbrücke aus den 1960er-Jahren durch ein neues, vollständig barrierefreies Bauwerk nach modernen Designstandards und mit verbesserter Beleuchtung. Die neue Brücke bietet eine sichere und leicht zugängliche Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer – einschließlich Lastenrädern – auf der Greenwich Peninsula und berücksichtigt dabei auch künftige benachbarte Entwicklungsprojekte. Der Hauptträger der neuen Brücke wird im Laufe dieses Frühlings eingehoben, während die bestehende Brücke so lange in Betrieb bleibt, bis die neue Brücke vollständig freigegeben wird.

Um den Fortschritt der TBM bei ihrer Rückkehr unter der Themse zu verfolgen, besuchen Sie bitte www.riverlinx.co.uk. Weitere Informationen zum Silvertown-Tunnel finden Sie unter www.tfl.gov.uk/silvertown-tunnel.

Hinweise für die Redaktion

  • 1 Million GBP an Unterstützung für lokale Unternehmen, um ihnen die Anpassung an die Nutzermaut bei Inbetriebnahme des Silvertown-Tunnels zu erleichtern. Dies könnte beispielsweise die Unterstützung von Unternehmen bei der Erstellung von Mobilitätsplänen für Mitarbeiter oder die Finanzierung potenzieller Infrastruktur wie Fahrradabstellanlagen und Ladepunkten für Elektrofahrzeuge umfassen.
  • Ein Mautrabatt zur gezielten Entlastung von einkommensschwachen Bewohnern in den beteiligten Bezirken Greenwich, Newham und Tower Hamlets. Dies könnte ähnlich gestaltet sein wie die bestehende TfL Bus & Tram Travelcard, die Personen mit bestimmten staatlichen Leistungen einen Rabatt von 50 Prozent auf den öffentlichen Nahverkehr gewährt.
  • 2 Millionen GBP an Buskonzessionen für Anwohner zur Förderung der neuen Querverkehrs-Buslinien durch den Tunnel sowie zur Unterstützung beim Umstieg weg von unnötigen Autofahrten mit Pkw. Darüber hinaus wird TfL die Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger im lokalen Raum verbessern.
  • Während des gesamten Planungsprozesses des Silvertown-Tunnels unterlag das Vorhaben einem strengen und transparenten Verfahren, um nachzuweisen, dass es sich hierbei um die richtige Lösung handelt und dass die Auswirkungen ordnungsgemäß bewertet und gemindert wurden.
  • Alle Baustellenfahrzeuge und -lieferwagen erfüllen die Euro-VI-Norm, und Riverlinx hat für das gesamte Projekt eine Richtlinie für mobile Maschinen und Geräte außerhalb von Straßen (Non-Road Mobile Machinery, NRMM) der Stufe IV oder höher eingeführt, einschließlich des Einsatzes innovativer Hybridtechnologie. Damit erfüllen oder übertreffen sie die Anforderungen der NRMM-Niedrigemissionszone der GLA. Sämtliche Baufahrzeuge entsprechen zudem den neuesten Sicherheitsstandards zur Unterstützung unserer Vision-Zero-Ziele.
  • Nach der Eröffnung des Silvertown-Tunnels wird die Gesamtzahl der Busse, die sowohl durch den Blackwall- als auch durch den Silvertown-Tunnel verkehren, steigen. TfL hat sich verpflichtet, in den Hauptverkehrszeiten mindestens 20 emissionsfreie Busse pro Stunde durch die Tunnel fahren zu lassen. Weitere Informationen zur jüngsten Konsultation von TfL (die am 11. Januar 2023 endete) finden Sie unter https://haveyoursay.tfl.gov.uk/silvertown-tunnel-bus-network.
  • TfL geht davon aus, dass das allgemeine Busangebot durch das Gebiet im Laufe der Zeit auf 37 Busse pro Stunde steigen könnte, wenn neue Entwicklungen – unter anderem in den Royal Docks und auf der Greenwich Peninsula – im kommenden Jahrzehnt abgeschlossen sind.
  • Die Nutzermaut für den Blackwall- und den Silvertown-Tunnel, die nach Fertigstellung des Silvertown-Tunnels zusammen mit dem neuen emissionsfreien Busnetz eingeführt wird, trägt dazu bei, das Verkehrsaufkommen zu steuern und Menschen dazu zu motivieren, ihre Wege nach Möglichkeit auf den öffentlichen Nahverkehr zu verlegen. Es wurden noch keine endgültigen Mautsätze festgelegt; alle Zeiten und Kostenangaben in den Unterlagen sind indikativ, um die Erteilung von Genehmigungen zu ermöglichen. Die endgültigen Tarife werden vor der Eröffnung des Silvertown-Tunnels im Jahr 2025 bekannt gegeben, sobald weitere Modellierungen, einschließlich der Prüfungen zu Konzessionen, abgeschlossen sind.
  • TfL ist rechtlich verpflichtet, ein breites Spektrum an Verbesserungen und Maßnahmen umzusetzen, um die Auswirkungen des neuen Tunnels zu minimieren und das umliegende lokale Gebiet zu unterstützen. Dazu gehören:
  • Sowohl der Tunnel als auch das umliegende Gebiet liegen zudem innerhalb der Ultra Low Emission Zone (Niedrigemissionszone). Seit Dezember 2020 führt TfL ein umfassendes Luftgüte-Überwachungsprogramm durch, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen des Silvertown-Tunnels vollständig verstanden werden, und um die erwartete allgemeine Verbesserung der Luftqualität infolge des Projekts zu unterstützen. In fünf Bezirken wurden 38 Diffusionsröhrchen und drei kontinuierliche Messstationen zur Erfassung der Stickstoffdioxidwerte (NO2) installiert; zudem hat TfL in Newham ein kontinuierliches PM2,5-Messgerät eingerichtet, das die bestehenden Messungen der lokalen Behörden in Greenwich und Tower Hamlets ergänzt.
  • Die von den kontinuierlichen Messstationen erhobenen Daten sind im London Air Quality Network (https://www.londonair.org.uk/) verfügbar und unterstützen breiter angelegte Luftqualitätsinitiativen in der gesamten Hauptstadt. Aktualisierungen zur Luftqualität werden zudem über die Silvertown Tunnel Implementation Group bereitgestellt. Den ersten Bericht von TfL zum Luftgütemonitoring können Sie hier einsehen: https://tfl.gov.uk/cdn/static/cms/documents/silvertown-baseline-aq-monitoring-report-2021.pdf