Auftraggeber
Bundesministerium für Verkehr, vertreten durch Die Autobahn des
Standort
Freistaat Bayern, Deutschland
Autobahn A8
Die A8 zwischen Augsburg und München ist eine der wichtigsten Transitstrecken Deutschlands und verbindet als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes Bayern mit Österreich. Die vor über 80 Jahren als eine der ältesten Autobahnstrecken Deutschlands errichtete Autobahn musste verbreitert werden, um die Sicherheit und Kapazität auf einem der verkehrsreichsten Korridore des Landes zu verbessern.
Financial Close
April 2007
Bauphase
2007 – 2010
Konzessionsdauer
30 Jahre
Rückgabe
2037
Auftraggeber
Bundesministerium für Verkehr, vertreten durch Die Autobahn des
Standort
Freistaat Bayern, Deutschland
Sponsor/Investor
Invesis, MID INFRA SAS, Berger Bau SE
Konsortium
Autobahnplus A8 GmbH
Planung, Beschaffung und Bau (EPC)
Berger Bau GmbH, Fluor GmbH, Trapp Infra Wesel GmbH, Wayss & Freytag Ingenieurbau AG
Betrieb und Instandhaltung
Berger Bau-GmbH, Egis Road Operation S.A, Invesis
Kapitalwert
€245m
Leitung von Deutschlands erstem Autobahn-PPP-Projekt zur Verbreiterung und Modernisierung einer der wichtigsten Routen Bayerns
Mitte der 2000er Jahre war die A8 zwischen Augsburg und München jahrelang an oder über ihrer Kapazitätsgrenze betrieben worden. Als eine der ältesten Autobahnstrecken des Landes und zentrales Bindeglied des transeuropäischen Verkehrsnetzes war eine Verbreiterung dringend erforderlich, um die Sicherheit zu erhöhen und das wachsende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.
Im Jahr 2007 wählte das Bundesministerium für Verkehr das Konsortium Autobahnplus A8 GmbH – bestehend aus Invesis (50 %), MID INFRA SAS (44 %) und Berger Bau SE (6 %) – aus, um einen 37 km langen Streckenabschnitt von zwei auf drei Fahrstreifen je Richtungsfahrbahn zu planen, zu bauen, zu finanzieren, zu betreiben und zu erhalten. Die A8 war Deutschlands erstes A-Modell-PPP-Projekt und das erste von vier Pilotvorhaben im Rahmen des neuen Programms der Bundesregierung für die Autobahninfrastruktur.
Die Fertigstellung des Baus erfolgte im Dezember 2010 – drei Wochen vor dem Zeitplan –, wobei die Arbeiten zur Minimierung von Beeinträchtigungen nachts und an den Wochenenden durchgeführt wurden. Das Projekt ist nun seit über 15 Jahren erfolgreich in Betrieb, wobei 2022 ein Meilenstein-Jubiläum mit Regierungsvertretern und Partnern gefeiert wurde.
Nutzung von 15 Jahren operativer Erfahrung zur kontinuierlichen Verbesserung von Sicherheit und Leistung auf der A8
Da der Betrieb ab dem ersten Tag parallel zur Bauphase aufgenommen wurde, kann das Konsortium der A8 eine lückenlose Erfolgsbilanz im operativen Betrieb vorweisen, die bis ins Jahr 2007 zurückreicht. Eine umfassende, im Jahr 2022 entwickelte Strategie für die Großinstandhaltung dokumentiert die technischen und finanziellen Lebenszyklusannahmen für jede wichtige Anlageklasse und bietet einen klaren Fahrplan für die Aufrechterhaltung des Zustands der Autobahn bis zur Rückgabe im Jahr 2037.
Im Jahr 2024 wurde für das Streckenpersonal ein VR-basiertes Verkehrssicherheitstraining eingeführt und ein innovatives, automatisiertes Gerät zum Auslegen von Warnschwellen bei Baustellen erprobt – dies erhöht die Sicherheit für die Instandhaltungstrupps, die auf befahrenen Autobahnen arbeiten. Ein modifiziertes System zur täglichen Streckenkontrolle, das nach einer Sicherheitsüberprüfung implementiert wurde, hat zu besseren Ergebnissen für das Kontrollpersonal auf einer der verkehrsreichsten Autobahnen Deutschlands geführt.
Förderung von Umwelt- und Energieeffizienz im täglichen Betrieb auf einer der verkehrsreichsten Autobahnen Bayerns
- Eine 23-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Betriebsdienstzentrum erzeugt 14.000 kWh Strom pro Jahr, sorgt für eine Energieautarkie von über 26 % und spart jährlich rund 10 Tonnen CO2 ein.
- Sämtliche Einrichtungen sind mit LED-Beleuchtung ausgestattet, und der Betriebspark umfasst zwei Elektrofahrzeuge sowie ein Hybridfahrzeug, die durch sechs Ladepunkte unterstützt werden.
- Umwelterwägungen fließen bei allen Beschaffungsentscheidungen gleichberechtigt neben dem Preis ein – einschließlich des regionalen Bezugs von Tausalz zur Minimierung transportbedingter CO2-Emissionen.
- Entlang der Strecke gesammelter Grünschnitt wird zu Hackschnitzeln verarbeitet, die als Brennstoff dienen, und Altreifen werden zu Bodenbelägen recycelt, wodurch Deponieabfälle reduziert werden.
- Weidetiere übernehmen die Vegetationspflege entlang der Autobahn anstelle des mechanischen Mähens, was den Kraftstoffverbrauch senkt und die lokale Biodiversität fördert.
- Poröser Asphalt und Lärmschutzwände schützen die Anwohner entlang der Strecke, und Ausbildungsplätze beim Betriebsdienstleister bauen Qualifikationen für zukünftige Aufgaben im Autobahninstandhaltungsbereich auf.