Auftraggeber
Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Autobahn GmbH des Bundes, diese wiederum vertreten durch die DEGES GmbH
Standort
In der Nähe von Berlin, Deutschland
Verfügbarkeitsmodell – A10/A24 Neuruppin bis AD Pankow
Die A10/A24 war das erste Autobahn-PPP-Projekt der neuen Generation in Deutschland – ein wegweisendes Projekt, bei dem rund 60 km Autobahn in der Nähe von Berlin ausgebaut wurden, um die Verbindungen zwischen der Hauptstadt und den nördlichen Regionen Brandenburgs und Hamburgs zu verbessern. Das Projekt wurde im Dezember 2022 trotz der Herausforderungen durch COVID-19 und den Ukraine-Konflikt fertiggestellt und demonstriert, was eine gut strukturierte, langfristige PPP-Partnerschaft leisten kann.
Financial Close
Februar 2018
Bauphase
2018 – 2022
Konzessionsdauer
30 Jahre
Rückgabe
2048
Auftraggeber
Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Autobahn GmbH des Bundes, diese wiederum vertreten durch die DEGES GmbH
Standort
In der Nähe von Berlin, Deutschland
Sponsor/Investor
Invesis und HABAU
Konsortium
Havellandautobahn GmbH & Co. KG
Planung, Beschaffung und Bau (EPC)
Wayss & Freytag Ingenieurbau AG und HABAU
Betrieb und Instandhaltung
HABAU
Kapitalwert
€650m
Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr bei der Bereitstellung verbesserter Autobahnverbindungen zwischen Berlin und Norddeutschland
Der Autobahnkorridor A10/A24 in der Nähe von Berlin stieß seit Langem an seine Kapazitätsgrenzen oder überstieg diese bereits. Sicherheitsrisiken auf dem vierspurigen Abschnitt und zunehmende Staus beeinträchtigten Pendler und den Güterverkehr in der gesamten nordöstlichen Region.
Im Jahr 2018 beauftragte die Bundesrepublik Deutschland das Konsortium Havellandautobahn – bestehend aus Invesis (70 %) und HABAU (30 %) – im Rahmen eines 30-jährigen PPP-Vertrags. Der Leistungsumfang umfasste den sechsspurigen Ausbau der A10 auf einer Länge von 29,7 km, die vollständige Grundinstandsetzung der A24 auf einer Länge von 29,2 km sowie den Neubau oder Ersatz von 38 Brücken.
Als erstes von elf Projekten in der neuen Generation von Autobahn-PPPs in Deutschland setzte die A10/A24 Maßstäbe für die folgenden Vorhaben. Invesis begleitete das Projekt als 70-prozentiger Investor und SPV-Manager durch die Bauphase und verantwortet weiterhin den Betrieb sowie die Instandhaltung – frist- und budgetgerecht fertiggestellt im Dezember 2022 trotz der Auswirkungen von COVID-19 und des Ukraine-Konflikts.
Einführung von BIM in die deutsche Autobahninfrastruktur und Optimierung der Lebenszyklusperformance vom ersten Tag an
Die A10/A24 war das erste deutsche Autobahn-PPP-Projekt, bei dem BIM zum Einsatz kam. Die Anwendung erfolgte über einen Bauabschnitt hinweg und wurde auf die Dokumentation der Großinstandhaltung ausgeweitet – dies ermöglicht eine bessere Qualitätskontrolle, Lebenszyklusplanung und ein optimiertes Anlagenmanagement während der gesamten Konzessionsdauer.
Die Fahrbahnstärke wurde über die deutschen Richtlinienvorgaben hinaus ausgelegt, um die Instandhaltungskosten im Lebenszyklus über 30 Jahre zu senken. Zudem wurde ein maßgeschneidertes Werkzeug für die Großinstandhaltung entwickelt, um den Lebenszyklusfortschritt in Echtzeit zu überwachen und zu aktualisieren.
Die Betriebszentrale in Oberkrämer verfügt über eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 95,5 kWp, die die Anlage und deren Fuhrpark mit Strom versorgt. Im Jahr 2026 wurde diese durch einen Batteriespeicher und acht Elektro-Wallboxen erweitert, wodurch die Pkw-Flotte auf Elektromobilität umgestellt und der CO2-Fußabdruck des Projekts weiter verringert wurde.
Verbesserung der Verkehrssicherheit, Lärmminderung und Förderung des wirtschaftlichen Wachstums im Korridor Berlin-Brandenburg
- Der ausgebaute Abschnitt der A10 und die instandgesetzte A24 haben Staus und durchschnittliche Reisezeiten für Pendler sowie den Güterverkehr deutlich reduziert und die Verbindungen zwischen Berlin und den weiteren Regionen Brandenburgs und Hamburgs verbessert.
- Im Rahmen des Projekts wurden rund 20 km Lärmschutzwände errichtet, wodurch die Lärmbelastung für die Anwohner entlang der Strecke deutlich reduziert werden konnte.
- Alle Raststätten wurden mit LED-Beleuchtung ausgestattet, während Solarmodule die variable Beschilderung entlang der Autobahn mit Strom versorgen.
- Das Gewerbegebiet am Autobahndreieck Oberkrämer ist seit Abschluss der Bauarbeiten stark gewachsen, und die kommerzielle Entwicklung in diesem Korridor hat sich beschleunigt.
- Am Betriebszentrum findet derzeit eine Umstellung auf Elektromobilität statt; Anfang 2026 wurde Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge installiert, um den Wechsel zu elektrischen leichten Nutzfahrzeugen zu unterstützen.
- Das Betriebsteam unterstützt lokale Feuerwehren jährlich mit finanziellen Beiträgen, und für 2026 ist ein Tag der offenen Tür für die nähere Umgebung geplant.